Das Spiel ist aus, aus, aus…: Hertha BSC : Borussia Mönchengladbach

Hallo Freunde, ich möchte meinen Rückblick diesmal mit dem schönsten Moment in diesem Spiel beginnen. Wie für viele war das auch für mich der Himmel über dem Marathon-Tor so ab der 70. Minute. Einfach herrlich! Ansonsten hatte dieser Nachmittag leider nicht viel Positives mit sich gebracht. Vor dem Spiel hatte ich noch mit einer Bekannten geschnackt und noch darüber berichtet, dass mir das Schreiben aktuell, wo es ja so gut läuft, leicht von der Hand geht. Demnach müssen die nächsten Absätze sicherlich eine Qual werden, aber ich gelobe mir Mühe zu geben.

Im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel in Ingolstadt hatte Coach Dardai auf einer Position umgebaut. Anstelle von Baumjohan, den man weiterhin ruhig aufbauen will, startete Tolga Cigerci auf der Position hinter der Spitze. Natürlich fehlte auch weiterhin der gesperrte Vedad Ibisevic, dessen Verhandlung über die Verkürzung der Sperre am morgigen Montag stattfinden soll.

Von den ersten Minuten an konnte man sehen, in welche Richtung sind das Spiel wohl entwickeln würde. Gladbach kam mit viel Druck ins Spiel und spielte ein extrem gutes und aggressives Pressing. Somit konnte sich die Hertha selbst in der Nähe des eigenen Strafraums nur selten mal ein wenig Luft verschaffen. Und trotzdem sollte die Hertha die erste Chance des Spiels haben. Nach der ersten Ecke konnte sich Kalou im Zentrum per Kopf durchsetzen, der dabei entwickelte Druck war jedoch nicht groß genug um Keeper Sommer zu überwinden.

Danach war es dann aber auch vorbei mit dem Glanz. Die Abwehr wusste sich zwar noch halbwegs gut zur Wehr zu setzen, aber nach vorn ging nicht mehr viel. Und mit jeder Minute die ins Land ging wurde Gladbach dominierender. Und in der 26. Minute sollte es sich das erste Mal rächen. Ein scharfer Pass von der rechten Seite an die Strafraumkante, wo Johnson sträflich frei gelassen wurde. Der herauseilende Jarstein konnte diesen zwar noch am Abschluss hindern, die Ablage zu Wendt jedoch auch nicht mehr unterbinden, welcher dann das Leder, mit Hilfe des Innenpfostens, sehenswert in die Maschen beförderte.

Nun stand die alte Dame unter Schock. Anders kann ich mir den haarsträubenden Fehlpass auf Höhe der Mittellinie von Skjelbred in der 28. Minute in die Beine von Raffael nicht erklären. Dieser nahm dann Tempo auf, dribbelt auf den Strafraum zu, wo sich die Hertha-Abwehr eine kleine Slapstick-Einlage erlaubte. Anstelle den Ball mit Nachdruck zu klären, spiele man mit dem quer zum Strafraum laufen Raffael Flipper, so dass dieser auf einmal frei zum Schuss kam. Zu allem Überfluss fälscht Plattenhardt den Ball noch unhaltbar für Jarstein ab. Innerhalb von nur 2 Minuten im Grunde bereits die Entscheidung.

Nur eine Minute gab es die große Chance zum Anschluss. Darida mit einer feinen und gefühlvollen Heberflanke in den Strafraum, wo Kalou sehr frei zum Kopfball kam, den Ball jedoch nicht weit genug in die Ecke platzieren konnte. So konnte der starke Sommer den Ball noch entschärfen. Danach nahm Gladbach zumindest ein wenig den Druck aus dem Kessel, hielt das Pressing dabei jedoch weiterhin hoch, dass auch die Hertha keine weitere Gefahr ausstrahlen konnte.

Zu einer Schrecksekunde kam es noch kurz vor der Pause. Kalou wurde mit einem sehr strammen Schuss getroffen und zog sich dabei eine klaffende Platzwunde am seitlichen Kopf zu, die in der Kabine mehrfach getackert werden musste. Nachträglich wurde wohl noch eine leichte Gehirnerschütterung festgestellt. Für ihn kam zum Beginn der zweiten Hälfte dann Baumjohan ins Spiel. Der vierte verletzte, bzw. gesperrte Stürmer. Bitter!

Der zweite Durchgang begann für die Hertha recht anständig, was sicherlich auch daran lag, dass Gladbach weiterhin nicht mehr den 100 prozentigen Willen an den Tag legte. Doch diese Sicherheit, in der sich die alte Dame wähnte, war trügerisch. Denn auch wenn allen bewusst war, dass das Spiel, mit einem schnellen Anschlusstor wieder offen gewesen wäre, wurde man hinten wieder leichtsinnig. Denn Stindl schickte mit einem sauberen Steilpass den Ex-Herthaner Traoré auf die Reise, welche im Strafraum von Langkamp gelegt wurde und es gab Elfmeter. Sicherlich eine harte und schmeichelhafte Entscheidung, den Elfmeter gibt wohl nicht jeder. Auf der anderen Seite muss man sagen, lässt Langkamp seine Hände bei sich, passiert hier nichts. Es wurde also, nach meinem Empfinden, mehr die Dummheit als ein Foul bestraft. Den fälligen Strafstoß verwandelte Xhaka sicher.

Danach war der Drops gelutscht. Denn auch beste Chancen von Baumjohan (59. Minute), Cigerci (60.) und Weiser (79.) wurden ausgelassen oder vom starken Sommer pariert. Außerdem behielt Gladbach über weite Strecken die Kontrolle über das Spiel und machte stets den Eindruck, dass sie, solle es noch einmal eng werden, noch einmal eine Schippe drauf legen könnten.

Und trotzdem sollte die Hertha noch zum Ehrentreffer kommen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke in der 82. Minute drang Baumjohan in den Strafraum ein und wurde, relativ ungestüm, vom eingewechselten Hazard von den Beinen geholt. Sicherlich ein klarerer Elfmeter als der auf der Gegenseite, welcher dann auch vom gefoulten selber sicher verwandelt wurde.

Damit sollte es aber noch nicht vorbei gewesen sein. Denn in der Nachspielzeit blitze noch ein letztes Mal die Spielfreude der Gäste an dem Tag auf. In einer ansehnlichen Kombination spielte sich die Mannschaft in den Strafraum der Hertha, wo es letzten Endes Nordtveit war, der, erneut unhaltbar für Jarstein, den Endstand zum 1:4 festmachte.

Alles in allem war es eine verdiente Niederlage und im vierten Spiel gegen eins der Top-Teams setze es, das erste Mal im eigenen Rund, die vierte Niederlage. Und Gladbach unterstrich eindrucksvoll, warum sie das Team der Stunde sind. Dies unterstreichen auch fast alle relevanten Zahlen. Der Gast hatte mehr Ballbesitz (42% zu 58%), mehr Zweikämpfe gewonnen (44% zu 56%), eine bessere Passquote (80% zu 85%) und hat fast 200 mehr Pässe gespielt. Lediglich bei den Torschüssen hatte die Hertha mit 14 zu 11 die Nase vorn, diese Zahl belegt aber auch die bärenstarke Effektivität der Gäste vor dem Kasten. Bemerkenswert sind noch die Laufeistungen. Hier waren beide Teams mit jeweils über 119km nahezu gleich auf. Und lagen damit noch ein gutes Stück über den bisherigen Durchschnitts-Werten, mit denen beide Mannschaften ganz weit vorn in der Liga stehen. Auch ein Grund für die Niederlage, Hertha konnte den Gegner diesmal nicht in Grund und Boden rennen. Hut ab vor dieser Leistung beider Teams.

Gestern hat man also gegen einen sehr starken Gegner verloren. Das passiert, das ist kein Beinbruch, auch solche Erlebnisse gehören zum Lerneffekt dazu. Wie auch gegen die anderen Top-Teams, gegen die man bisher gespielt hat, hat man sich gewehrt und das Spiel eher wegen einzelner individueller Fehler als durch ein Kollektivversagen abgegeben. Teams wie Gladbach bestrafen kleine Fehler halt viel stärker als Teams aus dem Keller. Hier muss weiter an sich gearbeitet werden. Ansonsten gibt es für mich nach dieser Niederlage keinen Grund zum Schwarzseher zu werden, weiterhin bin ich von dem bisher gegangenen Weg überzeugt und überrascht. Und es werden wieder andere Gegner kommen.

Nächsten Freitag geht es für die Hertha nach Hannover, die heute in Hamburg versuchen werden sich ein wenig Boden im Tabellenkeller zu verschaffen. Mit der Einstellung von gestern muss man sich gegen einen deutlich spielschwächeren Gegner sicherlich nicht verstecken. Ein wenig mehr Druck und vor allem Präzision in der Offensive darf man sich sicherlich jedoch wünschen.

In diesem Sinne, war am Ende doch nicht so schwer zu schreiben 🙂
Euer René ‚Mueggi‘ Jünemann
2. Vorsitzender Berliner Jungs OFC

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