Gedanken eines Berliner Jungen 14: Sie haben Eier… EIER!

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Berthold Brecht

Ich war lange ruhig. Was sollte ich auch schreiben? Die ganze Scheiße, mal von dem eher glücklichen Sieg gegen Bremen abgesehen, haben ja alle gesehen. Spielen wir mal halbwegs anständig verlieren wir unglücklich (wie gegen Dortmund) oder werden vom Schiri, sagen wir es mal nett, nicht gerade bevorteilt (wie im Pokal gegen Gladbach). Der Rest war in weiten Teilen nicht bundesligatauglich, ob in Stuttgart, in Augsburg oder zuletzt gegen die Bayern. Ich bin ganz ehrlich, ich habe keine große Hoffnung mehr gehabt.

Doch war er das nun, der Knotenlöser, den wir so lange herbei gesehnt haben? Hertha konnte sich in überzeugender und verdienter Weise mit 3:1 in Mainz durchsetzten, die zuvor 7 Spiele in der heimischen Coface-Arena ungeschlagen waren.

Die erste, für mich sehr positive Nachricht gab es schon vor dem Spiel. Andreas Ottl musste beim Aufwärmen feststellen, dass er nicht in der Lage war an dem Spiel teilzunehmen. Ich habe nichts persönlich gegen Ottl, auch wenn ich der Meinung bin, dass ihm eine gesündere Selbsteinschätzung durchaus gut zum Gesicht stehen würde. Aber er hat in dieser Saison, in meinen Augen, noch nicht ein wirklich zu 100% überzeugendes Spiel gemacht, von daher gehört er für mich nicht in die Stammaufstellung. Vor allem da er mir in Sachen Kampf und Einsatz bisher nicht als Spieler aufgefallen ist, der voran geht.

Diese Personalie sorgte dann dafür, dass Kobi, anders als zu erst geplant nun doch ins defensive Mittelfeld gezogen wurde und Bastians hinten links ran durfte.

Wie zu erwarten war es ein enges und umkämpftes Spiel und nach dem Hertha den ersten Ansturm von den Mainzern abwehren konnten kamen sie von Minute zu Minute besser ins Spiel. Und endlich konnte man bei Hertha das sehen, was man seit Wochen vermisste und was von allen vehement eingefordert wurde. Einsatz, Kampf, aufgerissene Ärsche. Hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang das Peterchen Niemeyer. Dass er spielerisch kein Raffael werden wird ist hinlänglich bekannt. Ja, er hat technische Mängel, aber der Junge rennt und rennt und rennt. Und das ist genau da, was wir momentan brauchen.

Nachdem Hertha nun besser ins Spiel kam, kam man nun also an den Punkt, dass man das Glück auch einmal erzwingen konnte. Wie schon gegen Bremen war es Ruka, der sich einfach das Herz genommen hat und einmal was versucht hat. Mit seiner unnachahmlichen Art setzte er zu einem Sprint in der Strafraum der Rot-Weißen an, scheitert noch am Mainzer Keeper Wetklo, der Ball kommt aber nach einer kleinen Flippereinlage zurück zu ihm und er spitzelt im Liegen den Ball zu Ben Hatira, der in der Mitte nur noch den Fuß hinhalten muss und den Ball ins leere Tor einschieben kann.

Auch wenn Ben Hatira dieses Tor gemacht hat, für mich war er gestern ansonsten der schlechteste Spieler auf dem Platz. Natürlich macht ein Spieler, der ein Tor macht, alles richtig, aber er war für mich noch nicht die Lösung unserer Probleme. Seine spätere Auswechslung gegen Rückkehrer Ebert war jedoch eine folgerichtige Entscheidung vom Trainerteam.

Zurück zum Spiel. In der zweiten Halbzeit war es in der 52. erneut der sehr lauffreudige Nikita Rukavytsya (MAN MAN MAN was ein Name) der nach einem starken Sprint über die rechte Seite das 2:0 einleiten konnte. Er spielte dann den Ball auf Raffael weiter, der zwar wie immer bemüht war, der aber zur Zeit auch nicht immer nur lichte Momente hat und dieser leitete den Ball zum sträflich freien Ramos, der aus ca. 15 Metern den Ball ins lange Eck verwerten konnte.

ENDLICH trifft er wieder, der Kolumbische Nationalspieler. Nachdem er in den vergangen Wochen vor allem durch chronische Lustlosigkeit auffiel scheint das schöne Wetter in Ihm auch wieder die Lust aufs Kicken hervorgerufen zu haben. Auf jeden Fall zeigte er sich in vielerlei Punkten gestern stark verbessert.

Doch wir würden nicht von einem Spiel der Hertha reden, wenn es nicht noch einen kurzzeitigen Rückschlag gegeben hätte. Nach einem zumindest sehr rustikalen Einsatz im Kopfballspiel gegen Ruka in der Hälfte von Mainz (im Übrigen die einzige zumindest diskutable Szene im ganzen Spiel für mich, ansonsten hatte der Schiri das Spiel gut im Griff) konnte sich Choupo-Moting gegen den, sich in der Szene wieder einmal ungeschickt anstellenden Hubnik, durchsetzen und vollendet gekonnt zum zwischenzeitlichen Anschluss (58. Minute).

Es folge noch einmal eine Druckphase der Mainzer, die die Berliner jedoch mehr oder weniger recht souverän meistern konnten.

In der 69. Minute dann die Entscheidung. Nach einer durchaus feinen Flanke von Bastians auf der linken Seite in Richtung Ramos und einem kapitalem Aussetzer von Verteidiger Kirchhoff kam der Stürmer frei vor dem Tor an den Ball, hob selbigen über den raus stürmenden Wetklo und setze noch einmal nach und drückte das Leder dann final über die Linie.

Von diesem Rückschlag konnten sich die Mainzer nicht noch einmal erholen. Im Gegenteil, Hertha verpasste es durch das sträfliche Auslassen aller bester Konterchancen den Sack noch fester zu zuschnüren und auch etwas für das Torverhältnis zu tun. Hier merkte man dem Team an, das sämtliche Verunsicherung noch nicht gewichen war.

Was kann man also abschließend zu diesem Sieg sagen. Er war verdient. Bis auf wenige Szenen wie direkt am Anfang in der 6. Minute oder beim zwischenzeitlichen Ausgleich stand die defensive recht stabil. Kämpferisch konnten diesmal im Grunde alle überzeugen, zumindest fiel niemand negativ auf. Leistungsträger wie Ramos und Lell scheinen langsam auf Ihrem Loch zu kommen, und Ergänzungsspieler wie Ruka oder Bastians entwickeln sich langsam aber sicher zu kleinen Stützen im Team.

Wichtig ist nun, dass man trotz dieses durchaus überzeugenden Spiels auf dem Teppich bleibt. Es war nur ein Spiel, ein Sieg, wie befinden uns weiter auf einem direkten Abstiegsplatz. Mit einer Niederlage gegen Wolfsburg in der kommenden Woche ist dieser Sieg schon wieder komplett ohne Sinn gewesen. Die Art wie die Mannschaft gestern aufgetreten ist kann aber einen Hauch von Hoffnung geben. Nicht mehr, nicht weniger. Was uns aktuell wohl zu Gute kommt ist, dass es 7 Spieltage vor Schluss selten so spannend war im Abstiegskampf. Sollte Köln heute gegen den Tabellenführer Dortmund verlieren, trennen Platz 12 und 17 gerade einmal 4 Punkte. Nur Kaiserslautern scheint immer weniger mit einer potentiellen Rettung zu tun zu haben.

Es sind noch 7 Spiele, davon die 4 Heimspiele gegen Wolfsburg, Freiburg, Lautern und am letzten Spieltag kommt die TSG Hoffenheim. Aufwärts müssen wir noch nach Gladbach, Leverkusen und Gelsenkirchen. Es ist also recht deutlich wo wir die geschätzten 10 Punkte für einen Klassenerhalt holen müssen.

In diesem Sinne

Mueggi
OFC Berliner Jungs

P.S.: Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ganz recht herzlich unserem Kassenwart zu seinem gestrigen Ehrentag gratulieren. Ein schönes Geschenk hat dir das Team ja machen können. Ich hoffe ihr hattet eine schöne Feier.
Wir sind nun aber auf der Suche nach jemandem, der nächste Woche Geburtstag hat und den das Team, wie vor drei Wochen mich gegen Bremen oder gestern den Daddy, beschenken kann. Bitte vortreten!! 🙂

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