Gedanken eines Berliner Jungen 12: Das war nichts!!!

Der erste Spieltag der Rückrunde ist Geschichte. Und genau so ist auch die Hoffnung vorbei, dass Hertha sich schnell in sichere Gefilde absetzen könnte. Spätestens nach dem, in Teilen blutleeren, Auftritt im Frankenland sollte nun auch dem letzten Optimisten klar sein, dass der Klassenerhalt kein Selbstläufer werden wird und es am Ende nur über Kampf und Einsatz funktionieren wird.

Schauen wir uns doch mit ein wenig Abstand das Spiel noch einmal an.

An sich spielte die Hertha in den ersten 45 Minuten gar nicht so schlecht. Nachdem man die ersten 5 Minuten noch ein wenig seine Linie zu suchen versuchte, konnte man das Spiel im Großen und Ganzen an sich reißen. Man hatte mehr Ballbesitz, ließ in der Regel den Ball recht gut laufen. Nur das Spiel innerhalb der letzten 25 Meter vor dem Nürnberger Tor lahmte doch merklich.
Und hinten war man häufig zu umsortiert, was den Nürnbergern doch einige Chancen für Konter eröffnete. Demnach war man optisch zwar über weite Phasen der ersten Halbzeit überlegen, aber ungefährlich und es war lange Zeit mehr der Unfähigkeit der Nürnberger Angreifer zu verdanken, dass man nicht in Rückstand geriet.

Das änderte sich dann jedoch kurz vor der Halbzeit, als die Hertha einmal mehr nach einem gegnerischen Standard in Rückstand geriet. Zwar konnte der Ball noch abgewehrt werden, doch auch das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, es wird einfach zu inkonsequent bei solchen Abwehrmanövern vorgegangen. Somit bekommen die Nürnberger die zweite Chance, die Esswein auch gut 20 Metern aus halblinker Position verwandeln kann. Natürlich fälscht Hubnik den Ball noch unglücklich, und unhaltbar für Kraft, ab, jedoch bleibe ich dabei, das war einfach ein Sonntagsschuss.

Doch das ist egal, der Ball war drinnen und Hertha, auch wenn die große Durchschlagskraft nach vorn gefehlt hat, hat sich damit einmal mehr durch eine zu lapidare Abwehraktion selbst in Rückstand gebracht, von dem man sich bis zur Halbzeit auch nicht mehr erholen konnte.

Der Start in die zweite Halbzeit war dann noch einmal hoffnungsvoll. Hertha kam gut raus und konnte sich noch ein letztes Mal merkliche Feldvorteile erspielen, blieb in der Durchschlagskraft vor dem Tor jedoch weiterhin ineffektiv.

Doch spätestens mit der Großchance von Pekhart in der 56. Minute war der sprichwörtliche Drops dann auch gelutscht. Die Mannschaft ergab sich in ihr Schicksal und man hatte das Gefühl man wollte das Ergebnis nun nur noch verwalten.

Eine Großchance bekam man dann jedoch noch einmal, bei der es sowohl Hubnik als auch Niemeyer gleich 2 Mal aus geringer Entfernung es nicht schafften das Runde im Eckigen unter zu bringen.

Kurz vor Schluss fing sich die Hertha dann auch noch, erneut nach einem Freistoß der Franken, das 2:0. Hätte die Hertha davor sich den Arsch aufgerissen und alles versucht hätte man sagen können ‚OK, ob nun 1:0 der 2:0, das ist jetzt den schwindenden Kräften geschuldet‘. Aber so war es ja leider nicht, und demnach ist dieses Gegentor umso ärgerlicher, denn wieder einmal war die Verteidigung bei einem gegnerischen Standard ein einziger Hühnerhaufen, so dass Maroh am 2. Pfosten vollkommen allein stand und den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Dass auch Kraft hier nicht besonders Glücklich aussah und mal wieder seine einzige wirkliche Schwäche, die Strafraumbeherrschung bei hohen Bällen, offenbarte erwähne ich nur am Rande, da er ansonsten der einzige Berliner mit Normalform an diesem Tag war.

Was ist nun die Konsequenz aus diesem Spiel? Die Hertha ist bei weitem nicht soweit, wie man es vielleicht insgeheim gehofft hat. Es gibt für das Team und den Trainer noch extrem viel zu tun. Das Experiment mit Ronny hinter den Spitzen ist für mich vollends gescheitert. Ronny scheint auf dieser Position überfordert und sollte wieder auf dem linken Flügel eingesetzt werden. Hier würde ich ihm aber auf jeden Fall noch eine reelle Chance geben.
Ebert, auch wenn ich ihn als Typen mag, war auf rechts einmal mehr ein Ausfall. Man kann ihm ja nicht vorwerfen, dass er nicht wollen würde, aber so lange er nicht versteht, dass es nicht mit Hacke-Spitze-1-2-3 geht und er nicht lernt schnörkellos und direkt zu spielen hilft er weder der Team noch sich.
Auch Ramos zeigte einen Tag vor seinem 26. Geburtstag eine sehr schwache Leistung.
Dann ist da noch der Trainer. Es kamen sofort nach dem Spiel in weiten Reihen der Fans die Aufschreie nach Markus Babbel auf und dass Skibbe einfach ‚scheiße‘ wäre. Und das geht mir persönlich auf den Sack. Das muss ich leider so direkt sagen. Für mich trifft den Coach in diesem Fall am wenigsten Schuld. Und das begründe ich sehr gern.

Noch während der Hinrunde unter Markus Babbel habe ich mich mehrfach fast blau geärgert, wenn ich mit ansehen musste, dass der Trainer bei Rückstand oder Unentschieden gegen Gegner, die man einer Ebene mit der Hertha sehen muss, defensive Wechsel vorgenommen hat. Das hat Skibbe nicht gemacht. Er hat mit Ben Hatira, Djuricin und Torun 3 offensive Spieler ins Spiel gebracht und somit den von mir geforderten Mut gezeigt.

Das die Wechsel nichts gebracht haben lag dann jedoch an anderen Faktoren. An Faktoren, die der Trainer kaum mehr beeinflussen kann. Man hat dem Spiel durchaus die Handschrift des Trainers ansehen können, sowohl in der Aufstellung und der taktischen Ausrichtung. Wenn es die Spieler jedoch nicht umsetzen können oder wollen und es teilweise nicht schaffen einen Pass über 5 Meter zu spielen oder mal schnörkellos einen Ball zum Mitspieler zu bringen, sondern das ganze per Hacke oder Außenrist machen wollen, dann bekommst du als Trainer auf der Bank mindestens genau so viel schlechte Laune wie als Fan. Auch die fehlende Laufbereitschaft einiger Spieler kannst du von außen zwar lautstark bemängeln, wenn der Spieler jedoch keinen Meter mehr läuft sind dir die Hände gebunden. Und zumindest das kann man Skibbe auch nicht vorwerfen, er war an der Außenlinie sehr aktiv.
Es ist also nun an Skibbe zu zeigen, dass er aus dem Gesehenen die richtigen Schlüsse zieht und genau an diesem Punkten im Training ansetzt. Hieran wird er sich messen lassen müssen, nicht an diesem einen Spiel. Ich bleibe dabei, ich habe eine gesunde Skepsis dem Coach gegenüber, aber man muss auch einmal die Kirche im Dorf lassen. Nicht jede Niederlage kann man am Trainer aus machen. Auch wenn das sicherlich am leichtesten ist.

Meine Gewinner und Verlierer an diesem Tag:
Gewinner: Kraft, gewohnt sicher bis auf eine Ausnahme & Lasogga, der Junge arbeitet halt dauerhaft, da lass ich es ihm auch durchgehen, dass er teilweise etwas unglücklich aussah, was aber auch daran lag, dass er häufig schlecht oder nicht in Szene gesetzt wurde
Verlierer: Alle Anderen!!!!

Ein paar letzte Worte noch zum Schiedsrichter. Als ich vor dem Spiel auf dem Spielbogen den Namen Pater Gagelmann stehen sah bekam ich, gelinde gesagt, leichte Würgreize. In der näheren Vergangenheit hatte sich Herr Gagelmann leider in Spielen der Hertha häufig unglücklich angestellt. Doch diesmal muss ich meinen Hut ziehen, bis auf eine Ecke, die die Hertha nicht bekommen hat (was im Gewirr der Szene jedoch schwer zu sehen war), hat er keinen wirklichen Fehler gemacht, im Gegenteil, er ist souverän und sicher aufgetreten. Das war für mich also mein ‚Highlight des Tages‘ bei diesem Spiel, traurig, oder?!?

In diesem Sinne

Mueggi
OFC Berliner Jungs

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